Orchester

Die Bilanz | Rund 100 Konzerte in Berlin und Umgebung und Reisen nach Israel, Frankreich, Mexiko und Finnland, zwölf Chefdirigenten sowie mehrere Hundert Mitspieler:innen – das ist die Bilanz des Berliner Sibelius Orchesters nach über 40 Jahren seines Bestehens. Doch wie so oft ist mit einer nüchternen Auflistung von Zahlen noch nicht viel gesagt. Der Blick hinter die Statistik-Kulisse offenbart eine überaus abwechslungsreiche Geschichte des Klangkörpers.

Der Name | 1980 von Andreas Peer Kähler gegründet, hatte es sich das Orchester zunächst zum Ziel gesetzt, seinem Namen gemäß besonders das skandinavischen Repertoire zu erschließen. Neben dem Œuvre von Jean Sibelius führte das Orchester in den ersten Jahren seines Bestehens zahlreiche Werke jüngerer und weniger bekannter skandinavischer Komponisten auf, darunter mehrere deutsche Erstaufführungen.

Das Repertoire | Auch wenn die skandinavische Musik unter den Nachfolgern Kählers nicht mehr so stark im Fokus stand, waren die Mitglieder und Dirigenten des Orchesters immer daran interessiert, sich nicht nur auf das Standardrepertoire des klassischen Abonnementkonzerts zu beschränken. So legte z. B. Vladimir Jurowski (1993 bis 1996) den Schwerpunkt der Zusammenarbeit auf osteuropäische Musik. Neben Schostakowitsch, Mussorgsky und Glinka spielte das Orchester unter ihm 1994 die deutsche Erstaufführung des Werks „Abii ne viderem“ von Giya Kancheli. Unter der Leitung von Leo Siberski gelangte „Naturevisons“ des finnischen Komponisten Leif Segerstam zur Uraufführung. Aber auch auf Brahms, Berg, Mahler, Schumann und Tschaikowsky – um nur einige zu nennen – musste das Publikum des Orchesters nicht verzichten. 

Die Dirigenten | Die Bandbreite der Programmgestaltung des Ensembles vom Kammerorchesterkonzert bis hin zu Opernproduktionen („Carmen“, „Così fan tutte“) und Chorsymphonik ist auch der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Dirigenten zu verdanken; neben Kähler, Siberski und Jurowski waren dies Gernot Schulz, Werner Thärichen, Lukas Reinitzer, Marc Piollet, Oud Joffe, Hermann Bäumer und Bernhard Epstein. Von 2002 bis 2017 prägte Stanley Dodds in über 25 Konzerten die Entwicklung des Orchesters maßgeblich. Zu einem Höhepunkt wurde dabei die vom Goethe-Institut und der Berliner Senatskanzlei unterstützte Tournee nach Mexiko, die das Orchester zusammen mit ihm und dem Geiger Gunnar Persicke im April 2017 im Rahmen des Dualen Jahres Mexiko-Deutschland unternahm. In sechs Konzerten u.a. in Veracruz, Mexiko-Stadt und Querérato begeisterte das Ensemble begleitet von großem Medienecho mehrere tausend Zuhörer. Seit dem Winter 2017/2018 leitet Simon Rössler das Orchester.

Die Gäste | Gastdirigenten der letzten Jahre, mit denen das Orchester konzertierte, waren Aurélien Bello, Elias Grandy, Catherine Larsen-Maguire, Andreas Wittmann, Mariano Domingo und Johannes David Wolff. Einen weiteren wichtigen und bereichernden Aspekt des Orchesters bildet die Zusammenarbeit mit professionellen Solisten, darunter zahlreiche Musiker deutscher Spitzenorchester. In den vergangenen Jahren waren dies u. a. Lena Neudauer, Jakob Spahn, Bruno Delepelaire, Daniele Damiano, Siobhan Stagg, Martin Wagemann, Sarah Willis, Philipp Bohnen, Andreas Buschatz, Jonathan Kelly, Erez Ofer, Soheil Nasseri und Annika Treutler.